Den Vertretern und Vertreterinnen der Studierendenschaft der RWTH wurde gestern Abend ein neues Angebot zum Semesterticket unterbreitet.
Nachdem der Aachener Verkehrsverbund vom ursprünglichen Angebot kaum abgewichen ist, sieht das Alternativangebot eine Laufzeit von einem Jahr anstatt drei bei einer Erhöhung um 8,15% anstatt 16,34% vor. Dies ist kein verbessertes Angebot oder ein Kompromiss, sondern bietet dem Verkehrsverbund für die nächsten Verhandlungen in einem Jahr lediglich eine bessere Ausgangsposition. Es wird die Hälfte der geforderten Preissteigerung bei einem Drittel der Vertragslaufzeit angeboten. Den Studierenden ist dieses Angebot, welches kein Entgegenkommen des Verkehrsverbundes darstellt, nicht zu vermitteln.
Das Angebot geht damit an den Forderungen des AStA gänzlich vorbei.
Der AStA akzeptiert eine jährliche Preiserhöhung im marktüblichen Umfang, die Erhöhung des Basispreises um 4,7%, vor der Einrechnung der jährlichen Steigerungen, wird jedoch abgelehnt. Die Studierenden wehren sich gegen den Vorwurf für die Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit der ASEAG verantwortlich zu sein. Die Verkehrsverbünde versuchen mit der Basispreiserhöhung ihre Investitionen der letzten Jahre in das Verkehrsnetz nachträglich durch die Studierenden zu finanzieren. Die vor drei Jahren vertraglich vereinbarte Preisgarantie wird damit ad absurdum geführt. Als Grundlage eines verhandelbaren Angebots muss daher der Preis des aktuellen Tickets als Startpunkt dienen. Die Erhöhung muss sich an den Tarifsteigerungen der letzten Jahre orientieren, diese lagen im AVV bei durchschnittlich 3,58% pro Jahr mit sinkender Tendenz. Letzte Woche wurde für 2012 die durchschnittliche Erhöhung der AVV-Tarife um 3,3% beschlossen.
Bei dem Anteil des Semestertickets der DB-Regio für die Strecken nach Köln und nach Düsseldorf sehen sich die Studierendenvertreter mit einer Erhöhung um über 5,3% pro Jahr konfrontiert. Die Überzogenheit der Forderung wird besonders deutlich, wenn man die Tariferhöhungen im Regionalverkehr der Bahn betrachtet, die in den letzten Jahren unter 2,7% lagen.
Der AStA ist kompromissbereit und möchte am Verhandlungstisch eine Lösung erzielen. Die Studierenden sind offen für die Argumente der Verkehrsverbünde, möchten aber, dass ihre Argumente ebenfalls berücksichtigt werden. Bei Abschluss des letzten Semesterticketvertrages vor drei Jahren stieg der Preis um 9,82 %, wenn diesmal die nachträgliche Anpassung wegfällt, bleibt noch eine Erhöhung um 11,13% über 3 Jahre die als Kompromiss akzeptiert wird.
Ingo Bresgen
21. Dezember 2011
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