„Schon jetzt reichen die Wohnungen in Aachen nicht aus, um die Neueinschreiber des Wintersemesters bezahlbar unterzubringen. Wenn dann zwischen 2013 und 2014 noch mehrere tausende Wohnungen zusätzlich benötigt werden, wird sich die Lage dramatisch zuspitzen! Teure Besenkammern werden zum Alltag!” (Benedikt Biesemeier)

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie (MIWFT) macht derzeit Werbung dafür, dass sich niemand um einen Studienplatz oder ausreichend Wohnraum Gedanken machen muss, wenn sie oder er 2013 als Teil des doppelten Abiturjahrgangs mit dem Studium beginnt. So heißt es in einer Broschüre des Ministeriums: ,,zusätzliche Wohnplätze in den Studentenwohnheimen, damit Ihr für die Dauer eures Studiums ein bezahlbares Dach über dem Kopf habt”, sollen geschaffen werden. Jedoch ist eine Bedarfsanalyse erst im Zuge der Beratungen des Haushalts 2011 vorgesehen und demnach von den zur Verfügung stehenden Mitteln im Haushalt abhängig. „Es gibt bisher noch keine Informationen über zusätzliche Landesmittel aus dem MIWFT – wir müssen abwarten wie die neue Landesregierung mit der infrastrukturellen Lage in den Universitätsstädten umgeht, weiterhin Druck machen und auf die äußerst unbefriedigende Situation hinweisen“, so Dirk Reitz, Geschäftsführer des Studentenwerks Aachen. Damit grenzt die Werbung des Ministeriums an Irreführung. Wenn diese Mittel erst Ende diesen Jahres genehmigt werden, ist es zweifelhaft, dass bis zum Wintersemester 2013/2014 die neuen Zimmer auch zur Verfügung stehen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der RWTH hält dies für eine vertane Chance den studentischen Wohnungsmarkt für den doppelten Abiturjahrgang und darüber hinaus zu entlasten. Hierzu äußert sich der Projektleiter Wohnen aus dem Sozialreferat, Benedikt Biesemeier, wie folgt: „Schon jetzt reichen die Wohnungen in Aachen nicht aus, um die Neueinschreiber des Wintersemesters bezahlbar unterzubringen. Wenn dann zwischen 2013 und 2014 noch mehrere tausende Wohnungen zusätzlich benötigt werden, wird sich die Lage dramatisch zuspitzen! Teure Besenkammern werden zum Alltag!” Der Mieterschutzverein Aachen e.V., welcher mit dem AStA zusammenarbeitet, schätzt die momentane Lage ähnlich ein: „Das Problem besteht nicht ausschließlich im Ansteigen der Mieten, sondern im Ansteigen der Mieten für Bruchbuden“, beschreibt Hans Knops die aktuelle Situation in Aachen treffend.

Die Lage zum kommenden Wintersemester und den darauf folgenden Semestern darf nicht so unterschätzt werden wie in den vorangegangenen Jahren. Denn bereits gegenwärtig verzeichnet die Hochschulstadt Aachen einen Kapazitätenmangel, der mit der Aufnahme von 12 000 weiteren Studierenden, davon entfallen 9000 auf die RWTH, verschärft zu werden droht. So muss jeder Neuling die Möglichkeit bekommen sich auch im ersten Semester bereits um sein Studium kümmern zu können und nicht ausschließlich auf Wohnungssuche gehen zu müssen. Dennoch fehlt weiterhin ein Wohnkonzept – der AStA sieht sich in der Pflicht die Verantwortlichen der Stadt und des Studentenwerks ständig an die Notwendigkeit auf diesem Gebiet zu handeln zu erinnern.

Wir appellieren an alle Vermieter und potentiellen Vermieter Wohnraum für Studierende anzubieten und zu schaffen!

Dringende Rückfragen werden auch unter 017635481292 beantwortet.

icon Wohnen

Alexander Buchheister

13. Juli 2010