Nachlesen um besser über Hochschulpolitik oder Veranstaltungen informiert zu sein - hier findet ihr die aktuellen 90 Sekunden in einer thematischen Übersicht und im PDF-Format.
Themen dieser Ausgabe:
- Optimiertes Prüfungsmanagement
- "Abenteuerspielplatz Uni"
- Aachener Erklärung zum Bologna-Prozess
- Aachener Studifest war großer Erfolg
- Hochschulpakt II unterzeichnet
90 Sekunden für die Kalenderwoche 29
Optimiertes Prüfungsmanagement
Jede und jeder hat sich vielleicht schon darüber geärgert, dass mal alle schwierigen Prüfungen des Semesters in derselben Woche liegen oder direkt am Tag vor der wichtigsten Klausur noch eine weitere Prüfung stattfindet. Denn die Abstimmung der Prüfungstermine ist an der RWTH ein bekanntes Problem. Während früher viele Fächer recht einfach ihre Prüfungstermine vernünftig legen konnten, ist durch die Vielzahl interdisziplinärer Studiengänge die Situation deutlich komplizierter geworden. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Wirtschaftsingenieur, dieselben Klausuren werden von Studierenden aus zahlreichen Fächern geschrieben.
An der RWTH gibt es seit einiger Zeit Unterstützung durch einen zentralen Prüfungsmanager, der gemeinsam mit Fakultäten, Fachstudienberatern und Fachschaften die Planung der Prüfungstermine unterstützt. Wie wichtig diese Aufgabe ist, zeigen die Bestehensquoten. Die Quoten so mancher Prüfung lassen durchaus Rückschlüsse auf einen ungünstigen Prüfungstermin zu. Denn eine gewisse prüfungsfreie Vorbereitungszeit ist für jede Prüfung wichtig. Wie diese aber optimal aussehen, können vor allem die Studierenden einschätzen. Denn nicht jede Prüfung braucht gleich viel Vorbereitungszeit und die Prüfungsphase ist zeitlich begrenzt. Leider ist das Umlegen von Prüfungsterminen auch mit hohem Aufwand verbunden, nicht nur aufgrund der Verflechtung der Studiengänge. Es müssen auch freie Hörsaalkapazitäten zur Verfügung stehen, bei Prüfungen mit teilweise bis zu Eintausend und mehr Teilnehmenden ist das eine echte Herausforderung.
Die Fachschaften und der AStA begrüßen die Zusammenarbeit mit dem Prüfungsmanager und freuen sich auf eine verbesserte Prüfungsplanung.
(fga)
"Abenteuerspielplatz Uni"
Das Eltern-Service Büro der RWTH Aachen veranstaltet in den Sommerferien erneut die Kinderferienfreizeit "Abenteuerspielplatz Uni". Bereits im zehnten Jahr leistet das Eltern-Service Büro auf diesem Weg einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Studium an der RWTH Aachen. In den ersten drei Wochen der Sommerferien (19.07.-06.08.2010), können Hochschulangehörige ihre Kinder im Medien- und Kulturzentrum Philipp-Neri-Haus täglich von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr betreuen lassen.
In dieser Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit haben die Kinder die Möglichkeit, kindgerechte Werk-, Bastel-, Ruheräume sowie eine großzügige Außenspielfläche zu nutzen. Neben der Kooperation mit der RWTH Aachen bietet das Philipp-Neri-Haus in der ersten Ferienwoche auch eigene Ferienspiele an, die sich an Aachener Familien richten.
(fbw)
Aachener Erklärung zum Bologna-Prozess
Vergangenen Donnerstag hat der Senat der RWTH einen außergewöhnlichen Schritt unternommen und eine Resolution zur Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland verabschiedet. Die sogenannte "Aachener Erklärung" war von den studentischen Senatsmitgliedern ausgearbeitet worden, der Senat schloss sich nun dieser Erklärung in Form einer Resolution an. Es wird die Umsetzung in Deutschland im Hinblick auf die Ziele des Bologna-Prozesses kritisch reflektiert und es werden Vorschläge und Forderungen zum Erreichen dieser Ziele formuliert. Als Ursache für die bisher nicht zufriedenstellende Umsetzung werden wenig dienliche Vorgaben der Kultusministerkonferenz und strukturelle Defizite des Hochschulwesens in Deutschland identifiziert.
Der Senat fordert, den Masterabschluss an Universitäten zum Regelabschluss zu machen, um so den Bedürfnissen der Studierenden und des Arbeitsmarkts gerecht zu werden und das Niveau der akademischen Bildung in Deutschland erhalten zu können. Der Bachelor-Abschluss stellt im Universitätsstudium eine Mobiltätsschnittstelle dar, die auch nutzbar sein muss. Ein unterbrechungsfreies Studium und eine durchgehende Ausbildungsförderung im Übergang zum Masterstudium wird ebenso gefordert. Der Masterabschluss muss ein hohes fachliches und wissenschaftliches Niveau aufweisen, das dem der bisherigen Diplom- und Magisterstudiengänge entsprechen muss. Diese fachliche und wissenschaftliche Qualität ihrer Master-Absolventen sollen die Universitäten künftig auch durch die Vergabe von Diplom- oder Magister-Titeln dokumentieren können. Dazu ist aber auch eine Verbesserung der Ausstattung der Hochschulen notwendig, um ein entsprechendes Lehrangebot sicherstellen zu können. Eine flächendeckende Überprüfung des Arbeitsaufwands und eine Anpassung der Leistungspunkte, wie sie an der RWTH durchgeführt wird, soll eingeführt werden. Die Akkreditierung wird in der derzeitigen Form als zu kostenintensive Detailsteuerung kritisiert. Als letztes wird die Bedeutung der konstruktiven Zusammenarbeit aller Gruppen bei der Entwicklung der Organisation und der Inhalte der Ausbildung hervorgehoben.
Der Senat hat durch diese gemeinsame Resolution ein sichtbares Zeichen für eine Neuorientierung bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland gesetzt, das auch von der Öffentlichkeit und der Politik wahrgenommen werden soll. Eine so weitreichende gemeinsame Erklärung aller Gruppen einer Hochschule ist ein einzigartiges Vorgehen, das Modellcharakter haben soll. Es hebt auch die Bedeutung hervor, zügig die Rahmenbedingungen in Deutschland anzupassen.
Der ganze Text der Aachener Erklärung ist unter www.asta.rwth-aachen.de/aachener-erklaerung zu finden.
(fga)
Aachener Studifest war großer Erfolg
Am Samstag, den 17. Juli 2010 fand zum wiederholten Male das "Studifest" auf dem Aachener Marktplatz statt. Daran waren neben den Fachschaften, dem AStA und internationalen Vereinen der RWTH auch die ASten der Fachhochschule und der Katholischen Hochschule beteiligt. Von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr gab es ein breit aufgestelltes Programm, welches insbesondere von der Fächervielfalt der einzelnen Fachbereiche sowie der Internationalität der vielen verschiedenen Vereine und Eigeninitiativen getragen wurde. So konnte man sich an einem der Stände beispielsweise darüber informieren, wie man mit Speisestärke und Wasser die Wirkung von Motorradprotektoren erklären kann, während man woanders mit Stickstoff Obst so verhärtete, dass man damit hinterher Nägel in ein Holzbrett hauen konnte.
Zu den zahlreichen Ständen kamen weitere Attraktionen hinzu: So spielten den ganzen Tag hindurch einige Live-Bands, außerdem wurden auf einer Bühne Lesungen von Literaturkreisen, Comedy sowie Darbietungen von Gruppen des Hochschulsports gezeigt. Dazu gab es natürlich auch Speis und Trank für die hungrigen und durstigen Besucherinnen und Besucher.
Der Sinn des ganzen Studifestes liegt in der besonderen Gelegenheit, im ungezwungenen Rahmen das Nebeneinander der Studierenden mit den Bürgerinnen und Bürgern, sowie den Kindern der Stadt Aachen in ein Miteinander zu verwandeln.
Damit dies auch für alle Eltern möglich wurde, hatten der AStA und zahlreiche Fachschaften auch ein buntes Kinderprogramm organisiert. Neben einer vom AStA betreuten Hüpfburg gab es an den zahlreichen Ständen viele Möglichkeiten für die Kinder, sich zu vergnügen: So konnten sie beispielsweise bei den Geologen Flaggen aus exotischen Ländern erraten, bei anderen gab es eine Rallye, die am Ende mit dem "Studi-Diplom" belohnt wurde. Dazu mussten sich die Studentinnen und Studenten in spe aber ganz schön anstrengen: So galt es etwa bei den Zahnmedizinern, einen Apfel nur mit dem Mund aus einer Schale mit Wasser zu befördern.
(fbw)
Hochschulpakt II unterzeichnet
Kürzlich wurde zwischen der RWTH Aachen und dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technik der Hochschulpakt II unterzeichnet, der an der RWTH 9000 neue Studienplätze schafft. Die Hochschulleitung hat dabei im Zusammenwirken mit den Fakultäten sowie insbesondere den betroffenen Gruppen der Hochschule die erwartete Schaffung von zusätzlichen Studienplätzen intensiv diskutiert. Hochschulleitung und Fakultäten sehen sich dabei in der Verpflichtung, eine hohe Zahl von zusätzlichen Studienplätzen in Aachen anzubieten, auch um so die doppelten Abiturjahrgänge abzufedern, und wird so ihrer Verantwortung durch die Schaffung der landesweit meisten Studienplatzkapazitäten in besonderer Weise gerecht.
Die nunmehr vorgesehenen 9.000 Studienplätze beinhalten sowohl bereits eine Honorierung der derzeitigen Überlast der Hochschule von ca. 118%, sowie auch zusätzliche Studienplätze, die in den nächsten Jahren geschaffen werden müssen. Die Hochschule beabsichtigt daher, neben dem Ankauf und Bau neuer Räumlichkeiten in Form von Lehr-, Lern- und Institutsräumen insbesondere zusätzliches Personal einzustellen. Hier ist an Co-Professuren und zusätzliches wissenschaftliches, zum Teil auch nichtwissenschaftliches, Personal gedacht. Durch diese Maßnahme soll ein weiterer Anstieg der Auslastung der Hochschule vermieden werden. Die Honorierung der Aufnahme zusätzlicher Studienanfänger ist im Vergleich zu den regulären Landesmitteln für die Hochschulen als positiv einzuschätzen, sie ist allerdings auch notwendig, um kostenintensive Maßnahmen, z. B. Baumaßnahmen, in die Wege zu leiten. Es ist außerdem zu bedenken, dass die zusätzlich geplanten Personalstellen nicht kurzfristig auf- und abgebaut werden können. Es wird weiterhin eine große Anstrengung sein, in der Zeit der doppelten Abiturjahrgänge die angestrebte qualitative Verbesserung der Lehre ebenfalls voranzutreiben.
Im Hinblick auf die doppelten Abiturjahrgänge werden an der RWTH Aachen bereits erste Maßnahmen umgesetzt, so zum Beispiel der Bau eines neuen Hörsaalzentrums. Dazu wurde der Hochschule bereits ein Betrag von etwa 150 Mio.€ für den Zeitraum 2011 bis 2018 zugesagt. Derzeit laufen an der RWTH Aachen weitere konkrete Überlegungen zur Aufteilung dieser Mittel auf den zentralen Bereich und die Fakultäten. Im Herbst wird die Hochschule eine dezidierte Planung des Kapazitätsaufbaus in räumlicher wie auch in personeller Sicht erarbeiten.
(presse)
Daniel Weigand
21. Juli 2010
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