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Aachener Student in der Lacrosse-Nationalmannschaft

Félix Geldner, 26, wurde am Ende März in die Lacrosse-Nationalmannschaft berufen und spielt somit in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Netanya (Israel) für Deutschland. Wenn er nicht gerade auf dem Feld steht, studiert er Betriebswirtschaftslehre im Master an der RWTH. Wir haben kurz nach seiner Berufung mit ihm über seine Leidenschaft zum Sport und die anstehende Zeit gesprochen. 

AStA: Erstmal wünschen wir dir im Namen der Studierendenschaft herzlichen Glückwunsch zur Berufung in die deutsche Nationalmannschaft! Wie hast du von der Berufung erfahren und wie fühlt es sich an? 

Die Nachricht kam am Freitag Abend, 23.03.2018, per E-Mail. Ab 17h begann das Bangen, denn der Kader wurde von 35 Spielern auf 27 Spieler „gecuttet“, also verringert. Uns wurde gesagt, dass es unter Umständen bis 23h dauern könnte, bis die erlösende Mail verschickt würde. Gegen 20h habe ich die E-Mail gesehen und war super aufgeregt. Obwohl ich mir schon fast sicher war, was diese Nachricht bedeutet, war ich nervös. Nachdem ich mir sicher war, dass ich es unter die letzten 27 Spieler geschafft habe, löste sich die Anspannung. Ich bin einfach überglücklich.


AStA: Wie hast du die letzten Monate bis zur Berufung erlebt? 

Der ganze Prozess war ein langer Weg. Im Januar und Februar 2017 habe ich an zwei offenen Auswahlcamps in Berlin und Frankfurt teilgenommen. Dabei wurde aus ca. 150 Spielern eine erste Auswahl von 50 Spielern getroffen. Bereits diese Berufung hat mich sehr motiviert. Ab April hatten wir dann jeden Monat ein Wochenende, an dem wir uns getroffen haben, um gemeinsam zu trainieren. Wir hatten an jedem Wochenende zwei Tage Training, mit jeweils einer 5 stündigen Einheit. Im Januar 2018 wurde dann auf 35 Spieler reduziert. Zu dem Zeitpunkt wurde mir klar, dass es jetzt mehr als möglich war, in den endgültigen Kader zu gelangen. Die Motivation kam von ganz alleine und ich habe versucht neben meinem Praktikum so viele Extraeinheiten wie möglich zu absolvieren. Die letzten Monate waren anstrengend, denn ich war viele Wochenenden unterwegs, wodurch wenig freie Tage blieben. Von Zuhause bekam ich aber viel Rückhalt und auch meine Teamkameraden haben mich gut unterstützt.

AStA: Du spielst seit vier Jahren Lacrosse. Wie bist du zu dieser Sportart gekommen? Was ist das Besondere für dich? 

Zum Sport bin ich über einen Schulfreund gelangt. Wir haben beide 2012 angefangen zu studieren und er hat in Würzburg neue Sportarten ausprobiert. Nach einiger Zeit hat er mich auf Lacrosse angesprochen und meinte, dass es mir auch gefallen könnte. Der Sport war für mich neu und ich musste mich erst erkundigen, ob in Aachen ein Team existiert. Schon nach den ersten Trainingseinheiten wusste ich, dass dieser Sport für mich genau richtig ist. Man kann sich dabei körperlich beweisen, aber vor allem durch die taktische Seite ist Lacrosse meiner Meinung nach so interessant. Der Körpereinsatz, als auch die Ausdauer, die es benötigt, machen diesen Sport für mich einzigartig.

 

AStA: Du studierst im dritten Semester Betriebswirtschaftslehre im Master an der RWTH. Wie bekommst du die vielen Trainingseinheiten und das Studium unter einen Hut? 

Während des Semesters tut es gut, sich abends zu bewegen und so den Kopf freizubekommen. Während der Klausurenphase ist es dann aber meist so, dass unsere Saison gerade wieder anfängt und dann wird es schon eher eine Herausforderung, alles unter einen Hut zu bekommen. Zudem sind gerade im Sommer, während der Vorbereitungsphase für die Klausuren, noch Turniere oder wie letztes Jahr die Trainingswochenenden mit der Nationalmannschaft. Die Organisation hat da nicht immer hundertprozentig gepasst, aber es hat dann doch alles ganz gut funktioniert. Im kommenden Sommersemester werde ich mich jedoch um einiges besser organisieren müssen, damit ich auch meine Vorstellungen im Master erreiche. Mein persönliches Ziel ist es, trotz der WM im Juli das Semester mit allen vorgesehenen Punkten zu absolvieren.

 

Im Juli geht es dann für euch nach Israel. Welche Ziele und Erwartungen hast du an die Zeit und für dich persönlich? 

Die WM wird ein Highlight, weil viele Sportler aus Amerika und Kanada anreisen, die ich nur von YouTube kenne und dort verfolge. Der Sport ist in den USA vor allem am College groß und darüber hinaus existiert eine professionelle Liga. Es würde ein Traum wahr werden, wenn ich diese Sportler persönlich antreffen kann. Auf Begegnungen mit all den Menschen, die diesem Sport genauso verfallen sind wie ich, freue ich mich am meisten. Die kommenden drei Monate werde ich noch hart arbeiten müssen, damit ich während der WM Spielzeit erlange. Die israelische Regierung legt viel Wert auf die Ausrichtung des Turnieres, da es ihr erstes internationales Sportereignis ist. Die Energie die investiert wird, bekommt man über die sozialen Medien sehr gut mit. Es werden meine ersten Meisterschaften und ich bin auf die Eindrücke und Erfahrungen gespannt.

Wir wünschen dir eine verletzungsfreie Vorbereitung und viel Erfolg bei der Weltmeisterschaft!

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01.04.2018 | 20:00 | jg
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