Europa und Erdogan, 03.08.2016

Europas Umgang mit Erdoğan

Es gibt fast keine Woche, in der wir nicht dramatische Nach-richten aus der Türkei erhielten. Krieg im Nachbarland Syrien, Flüchtlingsströme, separatistische Gruppierungen und islamistischer Terror erschüttern das Land. Nun überschlagen sich die Ereignisse: Ein Putschversuch des Militärs.

Recep Tayyip Erdoğan ist seit nunmehr fast 13 Jahren das de-mokratisch gewählte Staatsoberhaupt. Nach Jahren des wirt-schaftlichen Aufschwungs und der politischen Konsolidierung des Landes erfährt das Land nun eine völlig veränderte innen- wie außenpolitische Lage.

Im Zuge des Arabischen Frühlings sind in vielen Ländern des Nahen Osten und Nordafrikas Bürgerkriege ausgebrochen. Im Nachbarland Syrien hielt mit dem Islamischen Staat eine neue Dimension des Terrors Einzug. Überall sind Menschen auf der Flucht, meist Richtung Europa.

Die geostrategische Lage der Türkei als NATO-Partner hat sich enorm gewandelt. Nach wie vor befindet sie sich in einem As-soziierungsabkommen mit der EU. Und diese ist auf eine enge Kooperation mit der Türkei angewiesen, um der Flüchtlingskri-se Herr zu werden.

Erdoğans Vorhaben, den türkischen Staatsapparat zu einem Präsidialsystem umzugestalten, führte zu zunehmenden Spannungen. Menschenrechtsverletzungen sowie Einschränkungen der Pressefreiheit und der Rechtsstaatlichkeit verschärfen die Lage zunehmend. Das Verhältnis zwischen EU und Türkei ist extrem abgekühlt.

Wie also umgehen mit der Türkei, deren Rolle in heutiger Zeit von zentraler Bedeutung ist für Europa in Anbetracht der besorgniserregenden Vorgänge.
Referent wird Mahir Tokatlı sein. Er promoviert an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und forscht seit Jahren zum politischen System Türkei. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Vergleichende Forschung von Regierungssystemen und Türkeiforschung.

Ort: Generali-Saal, SuperC, Templergraben 57
Zeit: 19:00 bis 21:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Der Vortrag mit anschließender offener Fragerunde wird moderiert von Moritz Schröder. 

Eine Veranstaltung des AStA der RWTH Aachen.
30.11.-0001 | 00:00 | db
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