Faktencheck: eTicket

Faktencheck: eTicket

In den vergangenen Tagen wurde viel zum neu eingeführten eTicket geschrieben. Wir haben euch die wichtigsten Dinge in unserem Faktencheck zusammengefasst.

Wieso soll beim Einstieg das eTicket vor das Lesegerät gehalten werden?

Die ASEAG will so wieder verstärkt die Fahrkartenkontrolle etablieren und erhofft sich dabei eine stärkere Eigenkontrolle unter den Fahrgästen, um so das „Erschleichen von Beförderungsleistungen“, also Schwarzfahren, eindämmen zu können. Im den Beförderungsbedingungen der ASEAG ist diese Kontrolle auch verpflichtend vorgesehen ‑ wichtig jedoch: ihr verfügt über ein gültiges Ticket und müsst keinerlei Konsequenzen befürchten, wenn ihr einmal (aufgrund zu großem Andrangs o.ä.) nicht in der Lage seid, euch einzuchecken.


Welche persönlichen Daten sind auf den Tickets gespeichert?

Neben Fahrkartenart, Geltungsbereich und zeitlicher Gültigkeit des Chips wird elektronisch auf den Tickets auch Name, Vorname, Geschlecht sowie Geburtsdatum gespeichert. Diese Daten sind unverschlüsselt gespeichert und können somit aus geringer Entfernung ausgelesen werden. Im AStA und der RWTH erhaltet ihr auch sog. Datenschutzhüllen, die ein externes Auslesen verhindern.


Welche Daten werden beim Kontrollvorgang mitgeschrieben?

Die eTickets verfügen über ein sogenanntes Logbuch, welches die letzten 10 Einträge lokal auf der Karte speichert. Hierbei wird Zeit, Ort, Art der Transaktion, die Terminalnummer, die Ticketnummer sowie Linien und Fahrtnummer gespeichert. Im Hintergrundsystem des AVV wird bei einer Kontrolle ebenfalls die Korrektheit des Tickets überprüft, bei positiver Rückmeldung wird der Datensatz automatisch gelöscht.


Im RWTH-Bereich wurde von anonymer Seite ein Flugblatt zum eTicket verteilt. Stimmen die Informationen?

In Teilen spricht das Flugblatt vorhandene Problematiken an, die zu einer Unsicherheit unter den Studierenden führen. Diese können wir als AStA nachvollziehen und teilen sie auch. In der Vergangenheit haben wir derartige Kritik gegenüber der ASEAG bereits deutlich vorgebracht. Unsere Bedenken wurden konnten hierbei jedoch nur bedingt berücksichtigt werden. Die ASEAG nutzt den deutschlandweiten eTicket-Standard für die VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) Kernapplikation, die eine dem technischen Standard entsprechende Verschlüsselung leider noch nicht implementiert hat. Auch die gespeicherten Daten entsprechen NRW-weiten Vorgaben für das eTicketing.
Auch wenn wir die Kritik teils teilen, sind einige der Vorwürfe im Flugblatt ohne jede Basis. So ist aus dem Tarifgebiet lediglich der Geltungsbereich des AVV zu, jedoch mitnichten ein Wohnort ersichtlich. Die Gültigkeitsdauer lässt ebenfalls keinerlei Informationen über den Studienverlauf erkennen, sondern bezieht sich lediglich auf den Chip in der Karte.

30.01.2018 | 13:00 | jg
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