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Erinnerungskultur

Sep 12, 2019

Ausstellungsprojekt „100 Jahre AStA“

  • Du interessierst dich für Geschichte?
  • Du möchtest an einem interdisziplinären Ausstellungsprojekt teilnehmen und deine Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren?
  • Dann melde dich jetzt!

2019 feiert der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der RWTH sein hundertjähriges Bestehen – Grund genug, einen Blick auf die bewegte Geschichte der verfassten Studierendenschaft zu werfen! In einem interdisziplinären Projekt arbeiten Studierende aller Fachrichtungen zusammen und erstellen Inhalte, die noch in diesem Jahr in einer Ausstellung präsentiert werden.

Moment mal – was ist der AStA eigentlich?

Wenn du schon mal an einer der legendären Semester-Anfangs-Partys (SAP), einem Hörsaal-Slam oder Jazzabend teilgenommen hast, kennst du uns eigentlich bereits. Wir sind der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der RWTH Aachen und vertreten deine Interessen – sei es gegenüber der Hochschule, der ASEAG oder dem Land. Neben einem breiten kulturellen Angebot beraten wir dich kostenfrei in Sachen Recht, Wohnen und BAFöG. Wir setzen uns unentwegt dafür ein, deine Zeit an der RWTH Aachen zur besten deines Lebens zu machen – und das seit 1919.

Und so gehts: Im Rahmen des Projekts bearbeitet ihr einen vorgegebenen oder selbstgewählten Aspekt der AStA-Geschichte, erschließt Originalquellen und schreibt darüber einen Aufsatz im Umfang von wenigen Seiten — dieser Aufsatz dient einerseits als Grundlage der Ausstellungsinhalte, andererseits als Baustein einer begleitenden Publikation. Bei der Recherche, Quellenarbeit und Verschriftlichung stehen euch unsere Projektleitenden stets zur Seite. Ähnlich funktionierte bereits das Projekt “Erinnerungskultur: Zwischen Hörsaal und Hakenkreuz”, das im letzten Jahr abgeschlossen wurde und ein voller Erfolg war.

Thematisch könnt ihr sprichwörtlich aus dem Vollen schöpfen, denn in hundert Jahren AStA-Geschichte hat sich so einiges an interessanten, manchmal auch skurrilen und tragischen Episoden angesammelt. Wusstet ihr etwa, dass …

  • … es ohne den AStA möglicherweise keine Trennung von Maschinenbauern und E-Technikern (und damit möglicherweise nie einen Unicup!) gegeben hätte?
  • … AStA und Wissenschaftsministerium Ende der achtziger Jahre heftig aneinandergerieten, weil der AStA gegen die Erhöhung des Studierendenbeitrages protestierte und die Weitergabe der eingezahlten Beiträge stoppte?
  • … der AStA früher nicht nur eine Fahrradwerkstatt unterhielt, sondern gleich eine Fahrschule, einen Kiosk und ein Kino?

Wir gehen diesen und vielen weiteren Zusammenhängen auf den Grund. Du hast eine spannende Idee, die wir unbedingt berücksichtigen sollten? Dann mach mit!

Voraussetzung ist neben dem Interesse für Geschichte die Bereitschaft, sich mit der Vergangenheit des AStA auseinanderzusetzen. Studierende aller Fachrichtungen sind willkommen, das nötige Handwerkszeug und Hintergrundwissen geben wir euch zu Projektbeginn mit auf den Weg. Bevor es richtig losgeht, könnt ihr schon auf unserer Homepage ein wenig schmökern.

Der AStA im Rückblick – wichtige Stationen

Ob avantgardistisch oder reaktionär, ob links oder rechts: In seinen hundert Jahren trat der AStA in den Dienst von Systemen und Ideologien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Auszug.

1919: Wie alles begann. Der Erste Weltkrieg hinterließ nicht nur ein wirtschaftlich ruiniertes Deutschland, sondern zugleich eine tief gespaltene Studierendenschaft. Durchsetzen konnte sich eine besonnene Mehrheit aus Kriegsstudenten, die im Frühjahr 1919 an allen Hochschulen der Republik Allgemeine Studentenausschüsse (ASten) gründeten und den Studierenden erstmals eine demokratisch gewählte Stimme verliehen. Um die materielle Not der Nachkriegszeit zu lindern, veranlassten die ASten den Bau von Wohnungsämtern und Mensen. Gleichzeitig arbeiteten sie an einer Reform der Hochschule.

1933: Der Weg in den Nationalsozialismus. Bereits im 19. Jahrhundert hatten sich weite Teile der Studierendenschaft für nationale und antisemitische Parolen empfänglich gezeigt. Im Windschatten des Nationalsozialismus vollzog sich nun eine bislang ungeahnte Radikalisierung, die auch an den ASten nicht spurlos vorbeiging. Vielerorts waren sie es, die die Jagd auf vermeintlich linke und jüdische Hochschullehrer eröffneten – und das lange bevor sie ihre Kompetenzen an die sogenannte Studentenführung abgeben mussten, die als ergebenes Werkzeug der Nationalsozialisten die politische und ideologische Schulung der Studierenden übernahm.

1968: Protest, Aufruhr, Widerstand. Kaum ein anderes Jahr steht so für studentischen Protest wie 1968. Überall in Deutschland demonstrierten Studierende gegen das verkrustete Hochschulwesen, die Regierung und die fehlende Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Eine zentrale Organisationseinheit der Proteste waren die ASten, die in vielen Hochschulstädten von linksgerichteten Studierenden dominiert wurden und zu Reformen aufriefen. Schluss war 1968 noch lange nicht – der Geist der „68er“ wirkte noch weit in die 1970er hinein und veranlasste Auseinandersetzungen zwischen links- und rechtsgerichteten Studierendengruppen.

Neugierig geworden? Melde dich jetzt unter 100jahre@asta.rwth-aachen.de für weitere Informationen. Wir freuen uns auf dich!