Im Juli 1936 begann ein Militärputsch, geführt von dem rechtsnationalistischen General Francisco Franco in Spanisch-Marokko, gegen die demokratisch gewählte Volksfront-Regierung der Zweiten Spanischen Republik in Madrid. Aufgrund von Logistikschwierigkeiten bei der Truppenverlegung zwischen Nordafrika und der spanischen Halbinsel bat der faschistische General Francisco Franco zunächst den italienischen Faschisten Mussolini und kurze Zeit später auch den deutschen Faschisten Adolf Hitler um Unterstützung. Für Hitler war die militärische Intervention in Spanisch-Marokko eine Gelegenheit, insbesondere die Luftwaffe zu erproben. Schon im August 1936 trafen die ersten Schiffe mit den zerlegten Flugzeugen in der andalusischen Hafenstadt Cadiz ein. Von Ende Juli bis Mitte Oktober 1936 wurden über eine etablierte militärische Luftbrücke/Schiffsweg 13.000 Soldaten und 270 Tonnen Kriegsgerät transportiert. 

Nach Abschluss der militärischen Vorbereitungen marschierte Francos „Afrikaheer“, gemeinsam mit den Italienern und Deutschen, bis nach Madrid. Dort stießen sie auf Widerstand durch Republikaner und internationale Brigaden. Daraufhin entsandte Hitler den militärischen Luftverband „Legion Condor“ und eine Versuchsstaffel. Am 31. März 1937 begann im Rahmen der Nordoffensive von General Francisco Franco die ersten Luftangriffe gegen die schutzlose Stadt Durango mit 256 Toten, ausgeführt von italienischen Piloten und durch deutsche Offiziere der „Legion Condor“ geplant. Einige Wochen später, am 26. April 1937 gegen 16:30 Uhr, wurde in der baskischen Stadt Guernica im Norden des Landes Fliegeralarm ausgelöst.  

Über 40 deutsche Flugzeuge flogen Guernica an und bombardierten die Stadt in Schutt und Asche. Dabei starben schätzungsweise zwischen 200 und 300 bis 2000 Menschen. Die genaue Opferzahl gilt bis heute unter Historikerinnen als umstritten. 

Repräsentantinnen der baskischen Regierung gehen anhand von Zeugenaussagen des medizinischen Personals in Guernica von über 1600 Toten aus. Wolfram von Richthofen, Stabschef der „Legion Condor“, notierte folgendes: „Guernica, Stadt von 5.000 Einwohnern, buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht. Bombenlöcher auf Straßen noch zu sehen. Einfach toll.“  

Bis heute gilt das 1937 entstandene Gemälde (etwa 3,50 m * 7,80 m, Öl auf Leinwand) des berühmten Künstlers Picasso „Guernica“ als eine der eindringlichsten Anklagen gegen den faschistischen Krieg und die Verbrechen in Guernica. Picasso selbst sagte im Dezember 1937 folgendes: „Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich stets davon überzeugt war und noch immer davon überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.“ Heute hängt ein „Guernica“-Wandteppich vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. 

(ao)