Heute vor 136 Jahren begann die Westafrika-Konferenz oder auch Berliner Konferenz auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck.

Ziel der Konferenz war die Regelung der Handelsfreiheit im Gebiet des Kongo und des Niger, welche insbesondere durch Entwicklungen in den Jahren zuvor relevant wurde. So hatte das europäische Interesse am afrikanischen Kontinent kurz zuvor massiv zugenommen. Die europäischen Großmächte hatten große Gebiete in Afrika bereits besetzt und die Spannungen zwischen den Staaten drohten zu eskalieren. Die Konferenz sollte dazu dienen, dem vorzubeugen und das erst kürzlich bekannte Gebiet des Kongobeckens unter den Europäern aufzuteilen.

Ergebnis der Konferenz war die Schaffung eines Kongo-Freistaats unter der privaten Kontrolle des belgischen Königs mit Freihandelsbedingung für alle teilnehmenden Staaten und die Festlegung von völkerrechtlichen „Regeln“ für die Kolonialzeit.

Dies beschleunigte den bereits laufenden „Wettlauf um Afrika“, welcher über die Kolonialisierung vor allem auch im Kongo-Gebiet selbst zu Raubwirtschaft und Unterdrückung und Ausbeutung der Bevölkerung führte. Allein im Kongo starben geschätzt 10 Millionen Menschen unter dem Kolonialregime.

(lh)