Heute vor 20 Jahren sterben bei den Terroranschlägen vom 11. September in den USA fast 3000 Menschen. Die NATO beschließt zum ersten Mal in ihrer Geschichte das Eintreten des Bündnisfalls, und zieht an Seiten der USA in den Krieg. Ihr Ziel: Afghanistan. Dort herrscht seit dem Rückzug sowjetischer Truppen Ende der 80er Jahre Bürgerkrieg, in welchem die Taliban die weitgehende Kontrolle über Afghanistan erlangte. Da die Talibanregierung sich weigert, Osama bin-Laden, den Drahtzieher hinter den Anschlägen, auszuliefern, beginnen am 07. Oktober NATO-Truppen damit, die „Vereinte Front“ im Kampf gegen die Taliban zu unterstützen. Bis zum Ende des Jahres schaffen sie es so, die Taliban fast vollständig aus Afghanistan zu verdrängen. Doch der Erfolg hält nur kurz: Die Islamisten gruppieren sich in Pakistan neu und bringen in den kommenden Jahren wieder weite Teile Afghanistans unter ihre Kontrolle. Der große Sieg bleibt aus, stattdessen schleppt sich der Krieg von Jahr zu Jahr, und verschlingt so immer mehr Menschenleben und Geld. Der Einsatz der NATO-Truppen wird nicht nur in Afghanistan immer unbeliebter. Gleichzeitig gelingt es nicht, den afghanischen Staat auf eigene Beine zu stellen. Mit dem Abzug der letzten NATO-Truppen 2021 kann die Taliban weite Landstriche Afghanistans kampflos übernehmen. Im August folgt der komplette Zusammenbruch der Regierung. 20 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September wird Afghanistan wieder von der Taliban regiert. Tausende von Menschen versuchten, aus Angst vor Racheaktionen des Taliban-Regimes das Land zu verlassen, was zu chaotischen Zuständen am Flughafen in Kabul führte. Den am NATO-Einsatz beteiligten Ländern wird vorgeworfen, die verbündeten afghanischen Helfer*innen nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht zu haben.

(ps)