Heute vor 68 Jahren traten in großen Teilen der DDR Bürger*innen aus Protest gegen die Erhöhung der zu leistenden Arbeitszeiten, die dazu dienen sollte, die maroden Staatsfinanzen wieder aufzubauen, in Streik. Dies ging als Aufstand des 17. Juni in die Geschichtsbücher ein. In vielen Städten bildeten sich Demonstrationszüge, Demonstrierende besetzen zahlreiche Verwaltungsgebäude der SED. Die Polizei war aufgrund der Masse der unzufriedenen Bürger*innen überfordert und der Aufstand konnte nur durch das Eintreffen sowjetischer Truppen niedergeschlagen werden. Als Reaktion erklärten die sowjetischen Besatzer das Kriegsrecht und übernahmen offiziell wieder die Regierungsgewalt in der DDR. In den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden ließen 55 Menschen ihr Leben.

Für die SED-Führung war der Aufstand der Arbeiter*innen, die ihr politischer Hauptadressat waren, ein traumatisches Erlebnis. Als Reaktion wurde der Überwachungsapparat des Regimes weiter ausgebaut, um Opposition und Systemkritiker*innen im Keim zu ersticken sowie die Polizeikräfte verstärkt und besser ausgerüstet. Den Bürger*innen der DDR wurde durch das Eingreifen der sowjetischen Truppen endgültig bewusst, dass die SED Teil des sowjetischen Systems war und deren Regime nur durch Waffengewalt aufrechthalten werden kann. Die westlichen Staaten kritisierten die gewaltsamen Unterdrückungen des Aufstandes. Zu Ehren der Opfer des Aufstandes diente der 17. Juni bis 1990 als Tag der Deutschen Einheit als Nationalfeiertag der BRD.

(sp)