Heute vor 107 Jahren stellte die Österreichisch-Ungarische Monarchie als Reaktion auf die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz-Ferdinand durch einen bosnisch-serbischen Attentäter am 28.06.1914 ein Ultimatum an Serbien. Serbien wurde für die Ermordung verantwortlich gemacht, das Ultimatum sollte innerhalb von 48 Stunden erfüllt werden, sonst drohte eine Kriegserklärung Österreichs-Ungarns an Serbien. Die Forderungen waren von Österreich mit deutscher Billigung absichtlich so scharf formuliert, dass eine vollständige Erfüllung als unwahrscheinlich galt. Serbien erfüllte innerhalb dieser 48 Stunden einen Großteil der Forderungen, allerdings nicht die Gesamtheit. So kam es im Rahmen dieser als Julikrise bekannten Zuspitzung der Lage zwischen den europäischen Großmächten zur angedrohten Kriegserklärung am 28.07.1914. Durch Vertragsverpflichtungen der Großmächte untereinander folgten in den nächsten Tagen weitere Kriegserklärungen bis zum letztendlichen Stand der Fronten: Der Dreibund (Deutschland, Österreich-Ungarn, Italien) gegen die Triple Entente (Frankreich, Vereinigtes Königreich, Russland), wobei der Dreibund sich noch auf die Mittelmächte und die Entente auf ein großes Bündnis an Alliierten erweitern sollten, dem auch die USA 1917 beitraten.

So begann der erste Weltkrieg, der bis zum 11.11.1918 dauern sollte und 17 Millionen Menschen ihr Leben kosten. Insgesamt standen fast 70 Millionen Menschen unter Waffen, die in den Gräben- und Stellungskriegen des Ersten Weltkriegs beteiligt waren und die ersten Einsätze moderner Massenvernichtungswaffen wie das Senfgas mitbekamen. Die Frage nach der Kriegsschuld, die im Versailler Vertrag 1919 letztendlich Deutschland zugeschrieben, ist bis heute eine der großen und besonders emotional geführten Kontroversen der deutschen Geschichtswissenschaft.

(lh)