Heute vor 206 Jahren endete der Wiener Kongress mit dem Unterzeichnen der Kongressakte durch die Teilnehmenden. Der Kongress hatte seit dem 18.09.1814 getagt und die Neuordnung Europas zum Ziel, weil sich dieses im Zuge der Herrschaft Napoleon Bonapartes stark verändert hatte.

Nach der Niederlage Frankreichs in den Napoleonischen Kriegen sollte der Wiener Kongress eine stabile Friedensordnung schaffen, wozu rund 200 europäische Staaten, souveräne Gebiete und Interessensgruppen unter Führung der Siegermächte Russland, Österreich, Preußen und des Vereinigten Königreichs zusammenkamen.

Im Rahmen des Kongresses wurden unter anderem Grenzen neu gezogen und Staaten neu geschaffen. Anstelle eines von vielen erhofften deutschen Nationalstaats wurde der Deutsche Bund, ein Staatenbund der zahlreichen einzelnen Staaten auf deutschem Gebiet, gegründet.

Ein weiterer bedeutender Beschluss des Kongresses war eine Ächtung des Sklavenhandels, auch wenn es bis zur tatsächlichen Abschaffung noch dauern sollte.

Ebenfalls wurde festgelegt, dass solche Kongresse regelmäßig stattfinden sollten, die sogenannten Monarchenkongresse. Diese hatten allerdings weniger Tragweite als der Wiener Kongress und dienten der Festigung monarchischer Herrschaft sowie Unterdrückung aller liberalen sowie auch nationalen Bewegungen in Europa. Der erste dieser Kongresse fand 1918 in Aachen statt. Noch heute erinnern manche Straßennamen an dieses Ereignis: Kongressstraße, Alexanderstraße (nach dem Zaren) oder die Franzstraße (nach dem österreichischen Kaiser).

(lh)