Heute vor 88 Jahren fanden in 22 deutschen Universitätsstädten öffentliche Bücherverbrennungen statt, in denen im Rahmen der „Aktion wider den undeutschen Geist“ Schriften und Bücher jüdischer, pazifistischer, marxistischer, und anderer oppositioneller Autoren und Autorinnen verbrannt wurden.

Diese wurden von der Deutschen Studentenschaft, dem damaligen Dachverband der Allgemeinen Studierendenausschüsse unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) durchgeführt.

Es waren also vor allem Studierende, welche die Bücherverbrennungen systematisch organisierten und umsetzten, in den Tagen vor dem 10. Mai und bis in den Juni hinein gab es zusätzlich zahlreiche weitere Bücherverbrennungen.

Mit der Verbrennung der Werke von unter anderem Erich Kästner, Albert Einstein, Heinrich Heine, Franz Kafka und Nelly Sachs ging auch ein Berufs- und Veröffentlichungsverbot für die Betroffenen einher, später ebenso Verfolgung und Inhaftierung.

Der Verleger Peter Suhrkamp sagte 1947 auf dem Opernplatz in Berlin:
„Die Flammen, die zuerst über den Bücherhaufen prasselten, verschlangen später im Feuersturm unsere Städte, menschliche Behausungen, die Menschen selbst. Nicht der Tag der Bücherverbrennung allein muß im Gedächtnis behalten werden, sondern diese Kette: von dem Lustfeuer an diesem Platz über die Synagogenbrände zu den Feuern vom Himmel auf die Städte.“

In eigener Sache: ursprünglich war für den heutigen Tag ein „Bücherflohmarkt gegen das Vergessen“ geplant, den wir pandemiebedingt aber leider absagen mussten. Stattdessen möchten wir euch ans Herz legen, vielleicht einmal die Bücherschränke in Aachen aufzusuchen und deren Angebot zu nutzen, selbst neues zu Lesen zu finden und Lesestoff weiterzugeben – vom Teilen von Wissen und Geschichten profitieren alle!

Hier findet ihr die Bücherschränke in Aachen:
https://www.aachen.de/DE/kultur_freizeit/kultur/buecherschraenke_ac/index.html

(lh)