BAföG-Novelle jetzt!
Die Blockade der BAföG-Novelle durch die Union lassen wir uns nicht gefallen! Kommt zur Demo am 24.06. und nehmt an unserer Mailingaktion teil! Mehr Hintergründe gibt’s in unserem FAQ.
Demonstration in Aachen 📢
Es sind nur noch wenige Wochen bis zur parlamentarischen Sommerpause. Wird bis dahin keine BAföG-Novelle beschlossen, droht im kommenden Wintersemester eine Nullrunde – trotz steigender Mieten und Lebenserhaltungskosten. Deswegen braucht es öffentlichen Druck!
Seid laut bei unserer Demo am Mittwoch, dem 24.06. ab 14:30 Uhr am Audimax. Zeitgleich finden auch Proteste in Düsseldorf, Köln, Karlsruhe, Bielefeld, München, Karlsruhe, Dortmund, Siegen und Bonn statt.
Wir fordern mehr BAföG für mehr Studis!
- Anhebung der Fördersätze: Die Wohnkostenpauschale muss dynamisch an das lokale Mietniveau und der Grundbedarf an die Grundsicherung gekoppelt werden. Erste Erhöhungen braucht es schon zum WS 2026/27.
- Entbürokratisierung und Digitalisierung: Viele potenziell BAföG-Berechtigte stellen aufgrund des komplizierten Antragswesen gar nicht erst einen Antrag. Es braucht insbesondere bei Folgeanträgen eine spürbare Entbürokratisierung.
- Erweiterung des Empfängerkreises: Derzeit erhalten nur 11% der Studis überhaupt BAföG, der Anteil muss durch Flexibilisierung der Förderbedingungen und eine Anhebung der Einkommensfreibeträge in Anlehnung an die allgemeine Lohnentwicklung steigen.
Mailingaktion
Versende hier mit wenigen Clicks eine vorgeschriebene Mail an Dorothee Bär, Jens Spahn und die Unions-Politiker*innen im zuständigen Ausschuss mit der Forderung, die BAföG-Novelle endlich umzusetzen!
✅ Nur deinen Namen unter die Mail setzen – fertig!
✍️ Du kannst den Text natürlich auch gerne individuell anpassen und eigene Forderungen ergänzen.
Klappt nicht? Wenn der Inhalt der E-Mail nicht bis zum „Mit freundlichen Grüßen“ reicht, dann versuche es nochmal in einem anderen Browser oder kopiere den Mailtext händisch.
Mailtext
Betreff: BAföG-Novelle jetzt!
Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
Sehr geehrter Herr Spahn,
Sehr geehrtes Mitglied der Unions-Fraktion im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung,
der gleichwertige Zugang zu Bildung und Berufsqualifizierung ist eine zentrale Voraussetzung für sozialen Aufstieg und gesellschaftliche Teilhabe. Das BAföG soll Chancengerechtigkeit im Bildungswesen sichern, wird diesem Anspruch jedoch in seiner aktuellen Form nicht gerecht.
Etwa die Hälfte der Studierenden in Deutschland verfügt über weniger als 930 Euro im Monat, obwohl mehr als 60 Prozent neben dem Studium arbeiten. Gleichzeitig erhalten nur 11,5 Prozent der Studierenden BAföG. Selbst die Geförderten können von den Leistungen häufig nicht leben. Allein die Wohnkostenpauschale liegt rund 130 Euro unter den durchschnittlichen Kosten eines WG-Zimmers.
Die bereits vereinbarte Erhöhung der Wohnkostenpauschale um 60 Euro sowie die Anhebung des Grundbedarfs auf das Niveau der Grundsicherung müssen daher dringend umgesetzt werden. Andernfalls droht vielen finanziell schwächeren Studierenden bereits zum kommenden Wintersemester eine weitere reale Verschlechterung ihrer Lebenssituation.
Neben diesen Mindestanforderungen braucht es mittelfristig eine echte BAföG-Reform, die den Kreis der Anspruchsberechtigten wieder erweitert und den Zugang zur Förderung vereinfacht. Dazu gehören höhere Einkommensfreibeträge, eine Entbürokratisierung des Antragsverfahrens sowie eine dynamische Wohnkostenpauschale, die sich am tatsächlichen Mietniveau des jeweiligen Studienortes orientiert.
Wir bitten Sie, sich dieses Anliegens ernsthaft anzunehmen und die Möglichkeit eines Studiums für Menschen aus finanziell schwachen Verhältnissen nicht als politische Verhandlungsmasse zu behandeln. Ein Ausbleiben der BAföG-Novelle zum kommenden Wintersemester würde einen massiven Vertrauensbruch gegenüber den 2,9 Millionen Studierenden in diesem Land darstellen.
Mit freundlichen Grüßen
FAQ
Ich kriege kein BAföG, was geht mich das an?
Wir demonstrieren nicht nur dafür, dass die aktuellen BAföG-Empfänger*innen mehr Geld erhalten. Es müssen auch mehr Studierende überhaupt gefördert werden. Die Hälfte der Studierenden lebt von weniger als 930€ im Monat. Rund 70% der Studierenden könnte prinzipiell BAföG erhalten, davon werden nur 11,5% tatsächlich gefördert. Gegen diesen Missstand braucht es zwei Maßnahmen:
- Erhöhung und Dynamisierung der Einkommensfreibeträge: Die aktuellen Freibeträge (die Einkommensgrenze der Eltern, ab der BAföG abgezogen bzw. gar nicht mehr gezahlt wird) liegt aktuell viel zu niedrig und ist nicht dynamisiert. Schraubt der Gesetzgeber diese Grenze nicht manuell hoch, kommt es durch allgemeine Lohnsteigerungen automatisch dazu, dass weniger Menschen einen Anspruch auf BAföG haben. Es braucht daher mindestens eine Kopplung der Einkommensfreibeträge an die allgemeine Lohnverteilung, wenn nicht sogar ein elternunanbhängiges BAföG.
- Entbürokratisierung des Antragswesen: Ein großer Teil der anspruchsberechtigten Studierenden beantragt das BAföG überhaupt nicht erst, weil der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zur erwarteten Auszahlungssumme steht. Diese Hürden müssen abgebaut werden.
992€ ist doch genug, warum soll das BAföG steigen?
Nur ein kleiner Teil der Studierenden, die durch das BAföG gefördert werden, erhalten den Höchstsatz in Höhe von 992€. Wer nicht selbst krankenversichert ist, erhält maximal 855€. Doch auch das ist nicht genug zum Leben: Die im BAföG vorgesehene Wohnkostenpauschale von 360€ liegt weit unter 512€, den durchschnittlichen Kosten eines WG-Zimmers in Deutschland. Auch die angekündigte Erhöhung um 60€ würde diese Lücke nicht schließen. Der BAföG-Grundbedarf in Höhe von 475€ liegt ebenfalls unter dem Niveau der Grundsicherung von 563€.
Was ist schlimm daran neben dem Studium zu arbeiten?
Erstmal nichts, tun auch über 60% der Studierenden bereits mit im Schnitt 15 Stunden die Woche. Neben dem BAföG lässt sich aber nicht beliebig viel jobben, bevor Leistungen gekürzt werden. Außerdem ist eine Erhöhung der Arbeitszeit zumeist nicht mit dem Abschluss eines Vollzeitstudiums in der Regelstudienzeit vereinbar.